MBJ-183 Seite 1
von Ralph Engels
Wissenschaft und Forschung
Abb. 1: Kostenstruktur bei axSpA und Einfluss der diagnostischen Verzögerung
Aufteilung der direkten und indirekten Kosten bei axSpA-Patienten. Die Gesamtkosten steigen bei einer diagnostischen Verzögerung von > 5,4 Jahren um 57% im Mittel, überwiegend bedingt durch höhere indirekte Kosten infolge vorübergehender sowie dauerhafter Erwerbsbzw. Berufsunfähigkeit (Grafik: BS in Anlehnung an Fig. 1 aus https://doi.org/10.1007/s40744-024-00742-6)
wurden auch augenärztlich betreut und 13,4% gastroenterologisch. Im ersten Jahr der Beobachtung erhielten nur 15,9% Physiotherapie oder Reha-Maßnahmen, im dritten Jahr waren das sogar nur noch 4,8%. Mehr als die Hälfte (57,3%) benötigte im Laufe der drei Jahre mindestens einmal die Notfallambulanz. Für 11% war eine stationäre Krankenhausaufnahme nötig, die im Mittel 4,8 Tage dauerte.
Bei fast allen Studienteilnehmer:innen wurden regelmäßige Blutkontrollen gemacht, bei etwas mehr als der Hälfte wurden Röntgenaufnahmen angefertigt und bei gut einem Fünftel MRT-Aufnahmen.
Medikamente
Cortisonfreie antirheumatische Schmerzmittel (NSAR) waren die am häufigsten verordnete medikamentöse Therapie. Im Laufe der drei Jahre nahm der Anteil von verordneten Biologika (wie z.B. TNF-alpha-Blocker) zu, der Anteil betrug bei Studienende 39%. Darüber hinaus wurden die Begleiterkrankungen entsprechend medikamentös behandelt.
Arbeitsunfähigkeit
Im Laufe der drei Jahre waren 42,7% zeitweise krankgeschrieben, im Mittel kamen dabei jährlich 33,8 Tage zusammen. Fast 5% waren komplett berufsoder erwerbsunfähig.
Sozioökonomische Kosten bei nrund r-axSpA
Die errechneten sozioökonomischen Gesamtkosten in den drei Beobachtungsjahren betrugen im Mittel 25.812,60 Euro pro Patient:in, davon waren fast zwei Drittel (63,5%) direkte Krankheitskosten durch Medikamente, ärztliche Behandlungen, Untersuchungen etc. Der Anteil dieser direkten Kosten an den Gesamtkosten nahm im Lauf der drei Jahre kontinuierlich zu. Die indirekten Kosten (durch Krankschreibung und Arbeitsausfälle) betrugen im Mittel 36,5% der Gesamtkosten und nahmen im Laufe der drei Jahre aber kontinuierlich ab: Im ersten Jahr machten sie noch gut die Hälfte aus, im zweiten Jahr ein knappes Drittel, im dritten Jahr 28,9%. Bei Betroffenen mit r-axSpA lagen vor allem die indirekten Kosten höher als bei nr-axSpA. Bei den Männern