MBJ-183 Seite 6
von Ralph Engels
Wissenschaft und Forschung
Tab. 1: Vergleich häufig eingesetzter Messinstrumente bei Patient:innen mit SpA
FI, ASDAS) übereinstimmten, jedoch nur geringe Zusammenhänge mit Alter oder Krankheitsdauer hatten. hängen jedoch kaum mit Alter oder Krankheitsdauer zusammen. Das spricht dafür, dass der Fragebogen tatsächlich krankheitsbedingte funktionelle Einschränkungen erfasst und nicht allgemeine Einflüsse wie z.B. das Alter (fachsprachlich: Er weist eine hohe Inhaltsund Konstruktvalidität auf). Auch die Reliabilität also die Stabilität der Ergebnisse bei wiederholten Messungen war hoch. Zudem erwies sich der ASAS HI als sensibel für Veränderungen (Sensitivität): Er reagierte deutlich auf Therapieeffekte, insbesondere unter TNF-α-Blockern, und unterschied zuverlässig zwischen verschiedenen Krankheitszuständen: Patienten mit höherer Krankheitsaktivität und stärker eingeschränkter Funktion wiesen entsprechend höhere ASAS-HI-Werte auf. In mehreren Studien wurde zudem untersucht, welche Punktwerte zu welchen Krankheitszuständen passen. Dazu wurden die Krankheitszustände mit bewährten Messinstrumenten² bestimmt und mit den jeweiligen ASAS-HI-Werten verglichen. Dabei zeigten sich insgesamt ähnliche Ergebnisse. Einige Studien haben Grenzwerte vorgeschlagen, um ASAS-HI-Punktwerte in Gesundheitszustände einzu-
ordnen. Die genauen Grenzwerte fallen jedoch je nach Studie unterschiedlich aus, weil unterschiedliche Vergleichsmaße/Messinstrumente verwendet wurden. Die genauen Grenzwerte fallen jedoch je nach Studie unterschiedlich aus, da unterschiedliche Vergleichsmaße bzw. Messinstrumente herangezogen wurden. Niedrige Werte (etwa bis 4-5 Punkte) gelten dabei als Hinweis auf einen guten Gesundheitszustand, während sehr hohe Werte (ab etwa 12 Punkten) auf eine deutlich eingeschränkte Gesundheit und eine stärkere Alltagsbelastung hindeuten.
Ergebnis
Insgesamt deuten, so die Autorengruppe, die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass der ASAS HI ein geeignetes Instrument für die klinische Routine und Studien darstellt und perspektivisch auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden könnte. Trotz seiner Vorteile sei seine Nutzung im klinischen Alltag bislang begrenzt. Die Autorengruppe weist darauf hin, dass weitere Studien notwendig seien, um zuverlässige Grenzwerte festzulegen, mit denen sich Gesundheitszustände besser voneinander unterscheiden lassen.
Zudem sei bislang nicht abschließend geklärt, in welchem Ausmaß Begleiterkrankungen etwa eine Fibromyalgie die Gesamtpunktzahl beeinflussen.
2 BASDAI und ASDAS zur Beurteilung der Krankheitsaktivität sowie BASFI zur Erfassung der Funktionsfähigkeit