MBJ-183 Seite 4
von Ralph Engels
Wissenschaft und Forschung
scheiden. Es ist also durchaus möglich, dass Patienten mit kürzerer Dauer chronischer Rückenschmerzen besser auf NSAR ansprechen und dass das Ansprechen auf NSAR im Laufe der Zeit bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen abnimmt unabhängig davon, ob es sich um axSpAoder nicht-axSpA-Patienten handelt. Die Idee, ein "gutes Ansprechen" auf NSAR zu quantifizieren, also messbar zu machen, um eine weitere Verfeinerung der Diagnose zu ermöglichen, ist laut den Auto-
ren recht neu. Die vorgestellte Studie ist ein Anfang, aber sie hat auch gezeigt, dass mehr Forschung notwendig ist, gerade in Bezug auf die Länge der Krankheitsdauer, die genauere Eingrenzung der Bedeutung von "gutem Ansprechen" auf Medikamente und auch die Differenzierung nach Geschlecht (das hier sehr ungleich verteilt war; 58% der axSpA-Patienten und 38,6% der nicht-ax- SpA-Patienten waren männlich).
Neues vom amerikanischen Rheumatologie- Kongress (ACR) 2025 in Chicago
von Gudrun Lind-Albrecht (MBJ-Redaktion)
A "Frag nach bei TikTok" keine gute Wahl für Info zur axSpA-Erkrankung
AxSpA-Betroffene nutzen unterschiedliche Quellen zur Erlangung von Informationen zu ihrer Erkrankung und deren Therapie. Immer häufiger geschieht dies über das Internet - und hier spielen Social Media wie z.B. TikTok eine große Rolle. Ein Forschungsteam aus Tennessee (Mahiar Rabie und Susan Harwell) überprüfte die Informationen zur axSpA, die ihnen TikTok bot. Zunächst interessierte sie, aus welchen Quellen die Uploads kamen, d.h., ob es Betroffene waren oder Personen aus (medizinischen) therapeutischen Fachgebieten. 77,3% der Beiträge stammten von Betroffenen mit axSpA. Je-
Abb. 1: TikTok-Videos zu axSpA
56,1% teilweise falsche O. missverständliche Beiträge
Die Auswertung von 66 TikTok-Videos zeigt: Verlässliche Inhalte sind eher selten. Videos von Ärzt:innen schneiden bei der Qualitätsbewertung am besten ab, Influencer am schlechtesten
weils mit 9,1% waren ärztliche oder chiropraktische Beiträge vertreten, 3% stammten von Influencer:innen und nur 1,5% waren physiotherapeutische Beiträge. Die Beiträge befassten sich meist mit Fragen zu den Symptomen der axSpA, zum Krankheitsmanagement und zu persönlichen Erfahrungen. Bei der Überprüfung auf Richtigkeit der Informationen, die den Nutzer:innen zur Verfügung gestellt wurden, ergab sich aus insgesamt 66 TikTok-Videos folgendes Bild: Nur 18,2% der Beiträge waren komplett richtig; hier dominierten die ärztlichen und physiotherapeutischen Beiträge. Teilweise falsch bzw. missverständlich waren 56,1%. Und komplett falsche Inhalte fanden sich in 25,8%; hier dominierten die Influencer:innen noch vor den persönlich Betroffenen. Die Chance, einen